Seit Mai 2018 suchen wir nach der Geschichte von Wilen bei Wil mit Hilfe von Metalldetektoren, und dabei sind schon viele unglaublich spannende Objekte ans Tageslicht gekommen. Regelmässig publizieren wir ein neues Foto mit Begleittext zu unserer Suche oder zu den gefundenen Gegenständen auf Instagram. Die Fundbilder können Sie sich auch auf dieser Seite anschauen (die Texte dazu sehen Sie aber leider nur via Instagram).
Die Funde, die in Wilen bei Wil gemacht wurden, sind entsprechend mit dem Fundort gekennzeichnet. Alle anderen Funde stammen aus der grenznahen Umgebung. Begleiten Sie uns doch auf unserer Reise in die Vergangenheit:
Am 13. und 14. September 2025 ist Wilen bei Wil Hauptaustragungsort der Europäischen Tage des Denkmals für den Kanton Thurgau. Wir haben das folgende Programm für Sie zusammengestellt und freuen uns auf Ihren Besuch bei uns im Dorf:
Offizielle Eröffnung mit anschliessendem Apéro, offeriert von der Gemeinde Wilen bei Wil
Was
Eröffnungsfeier mit Apéro Mit Regierungsrätin Denise Neuweiler, Gemeindepräsident Michael Gieseck, Denkmalpfleger Giovanni Menghini und Kantonsarchäologin Simone Schmid
Wann
Samstag, 13. September 2025, 10.00–11.30 Uhr
Wo
Kirchen- & Gemeindezentrum, Freudenbergstrasse 9, 9535 Wilen bei Wil
Die Tage des Denkmals im Thurgau werden im Kirchen- und Gemeindezentrum eröffnet. Das diesjährige Thema „Architekturgeschichten“ stellt unser baukulturelles Erbe ins Zentrum. Unsere Denkmäler können etwas über die Vergangenheit erzählen, sie zeugen aber auch vom gesellschaftlichen Wandel im Laufe der Zeit. An mehreren Orten in und um Wilen bei Wil gehen wir der Frage nach, wie wir mit dem baukulturellen Erbe umgehen, wie wir es gestalten, verändern oder bewahren.
„… sollte man einige Bomben ins Städtlein werffen.“ – Die Belagerung und Kapitulation der Stadt Wil anno 1712
Was
Vortrag von Werner Warth, Archivar und Leiter Stadtmuseum Wil Ausstellung von Bodenfunden aus der Zeit des Zweiten Villmergerkriegesvon Daniela Wiesli
Wann
Samstag, 13. September 2025, Beginn 11.30Uhr. Dauer des Vortrags ca. 30 Minuten.
Wo
Kirchen- & Gemeindezentrum, Freudenbergstrasse 9, 9535 Wilen bei Wil
Wil hat viele unruhige Zeiten erlebt. Im Mai 1712 wurde es aber ernst, als Zürcher und Berner Truppen, unterstützt von Thurgauern und Toggenburgern, vor Wil aufrückten. Es folgten Tage der Belagerung unter dauerndem Kanonenbeschuss. Die Zürcher Artillerie schlug damals in Wilen ihr Lager auf und beschoss Wil vom Standort des heutigen Türmlischulhauses aus. Beim Aufenthalt dieser Truppen im Dorf wurden viele Gebäude beschädigt oder zerstört.
Am 22. Mai 1712 begann bereits um sechs Uhr die Kanonade, heftiger und genauer gezielt als zuvor. Es wurden 200- bis 300-pfündige Kugeln verwendet, die die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzten. Dies genügte den verängstigten Wilern; Oberst Felber entschloss sich zur Übergabe der Stadt. Nachdem die Bedingungen einer Kapitulation niedergelegt waren, ritten die siegreichen Generäle Bodmer aus Zürich und von Wattenwyl für die Berner auf dem Hofplatz ein. Ganze sechs Jahre blieb Wil unter fremder Besatzung.
Belagerung von Wil 1712. Unbekannter Künstler. Walter Schaufelberger, Blätter aus der Schweizer Militärgeschichte. Zürich 1995.
Auf den Spuren von Eduard Mörikes Peregrina. Eine Klangchronik
Was
Eine literarisch-musikalische Reise Mit Graziella Rossi und Helmut Vogel (Sprecher), Muriel Schwarz (Sopranistin), Andrea Wiesli (Pianistin) und Daniela Wiesli (Textcollage)
Wann
Samstag, 13. September 2025, 14.00–15.30 Uhr
Wo
Kirchen- & Gemeindezentrum, Freudenbergstrasse 9, 9535 Wilen bei Wil
Mit finanzieller Unterstützung durch: – ThurKultur – Dr. Heinrich Mezger-Stiftung – Schweizerische Interpretenstiftung – Privatpersonen
Eine der prominentesten Einwohnerinnen des Hinterthurgauer Dorfes Wilen bei Wil war die geheimnisvolle Vagantin Maria Meyer, die vor über 200 Jahren eine kurze aber intensive Liebschaft mit dem jungen Theologiestudenten Eduard Mörike eingegangen war und ihre letzten Lebensjahre im noch heute existierenden Haus an der Freudenbergstrasse 10 in Wilen verbrachte. Mörike verarbeitete diese prägende Liaison, die ihn überhaupt erst zum Dichter gemacht haben soll, in seinem zu Weltruhm gelangten Roman «Maler Nolten». Die faszinierende Schöne wurde dort zum Urbild seiner «Peregrina». Mörikes Peregrina-Gedichte inspirierten wiederum berühmte (Schweizer) Komponisten wie Othmar Schoeck, Hugo Wolf und Hans Huber, die daraus Lieder schufen, die zu den schönsten und bedeutendsten Werken der Musik des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts zählen.
Das Projekt «Klangchronik Peregrina» will diese rätselhafte Wanderin einem grösseren Publikum in Form eines spartenübergreifenden Konzerts mit Musik und Literatur erschliessen. Die Klangchronik gelangt am 13. September 2025 um 14 Uhr im Gemeindezentrum von Wilen bei Wil zur Aufführung – zu einem Zeitpunkt, wo die Europäischen Tage des Denkmals dieser konzertanten Lesung überregionale Aufmerksamkeit verleihen werden. Dabei wird Weltliteratur interdisziplinär ganz neu erfahrbar gemacht. Ergänzend gibt eine von Daniela Wiesli kuratierte, begleitende Ausstellung mit archäologischen Wilener Funden aus dem 19. Jahrhundert einen Einblick in die damalige Lebenswelt der Peregrina.
Die «Klangchronik Peregrina» rückt eine ganz besondere Frau ins Zentrum, die dem Frauenbild des vorletzten Jahrhunderts in keiner Weise entsprach und die gerade dadurch eine Inspirationsquelle für einen der grössten europäischen Dichter und für einige der herausragendsten Lied-Komponisten ihrer Zeit wurde. In Deutschland ist der Stellenwert der Peregrina längst bekannt und in verschiedenen Büchern thematisiert. Das Projekt «Klangchronik Peregrina» will die für den Kanton Thurgau so bedeutende Maria Meyer auch im Bewusstsein der Region verankern und eine kulturelle Resonanz schaffen, die für die gesamte Ostschweiz von hoher Relevanz sein dürfte.
Für die Ausführung der Klangchronik Peregrina konnten vier preisgekrönte Kulturschaffende gewonnen werden, die seit Jahren gemeinsam in der Schweiz und im Ausland mit ihren interdisziplinären Programmen für Aufsehen sorgen. Federführend für das musikalische Konzept ist die Wilener Pianistin Andrea Wiesli, die für ihr künstlerisches Schaffen von SRF2 als «Musik- Detektivin» portraitiert und 2016 mit dem Förderpreis des Kantons Thurgau ausgezeichnet wurde. Die ebenfalls mehrfach ausgezeichnete St. Galler Sopranistin Muriel Schwarz übernimmt den Gesangspart der Peregrina- Lieder und wird dabei von Andrea Wiesli am Klavier begleitet. Die beiden renommierten Schauspieler Graziella Rossi und Helmut Vogel werden dem Publikum den Peregrina-Text in dramaturgisch virtuos-packender Weise vermitteln, den die Historikerin Daniela Wiesli aus «Maler Nolten» sowie weiteren überlieferten Quellen erstellt und zu einer Dialogform für die beiden Sprecher transformiert hat.
Andrea Wiesli (Pianistin) und Muriel Schwarz (Sopranistin). Foto Sir Robin Photography.
Helmut Vogel (Schauspieler und Sprecher) und Graziella Rossi (Schauspielerin und Sprecherin). Foto Daniel Lüscher.
Das Türmlischulhaus, ein Wilener Wahrzeichen
Was
Besichtigungdes Turms mit Aussicht
Wann
Samstag, 13. September 2025, 13–16 Uhr Kurzführungen um 14:00–14:15und 15:30–15:45
Wo
Kirchweg 10, 9535 Wilen bei Wil
Weiteres
Nicht rollstuhlgängig. Steile Zugangleiter zum Dach, enge Dachluke. Trittsicherheit erforderlich. www.kulturerbe-entdecken.ch
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts stieg die Schülerzahl in Wilen stark an, so dass ein neues Schulhaus gebaut werden musste: 1897 konnte das „Türmlischulhaus“ eingeweiht werden. Das Schulhaus an erhöhter Lage mit dem von weitem sichtbaren Glockentürmchen ist mittlerweile zum Wahrzeichen von Wilen geworden. Die Terrasse auf dem Dach des Schulhauses bietet zudem eine weitläufige Aussicht.
Das Türmlischulhaus in Wilen bei Wil.
Von der Lourdes-Grotte zum Siechenhaus. Ein Dorfrundgang
Was
Geführter Spaziergang mit Eva Riediker, Archäologin
Wann
Samstag, 13. September 2025, 13.00–15.00 Uhr
Wo
Start beim Informationsstand, Kirchen- & Gemeindezentrum, Freudenbergstrasse 9, 9535 Wilen bei Wil
Ein Rundgang durch Wilen zeigt uns ganz unterschiedliche Architekturgeschichten auf: Die Lourdes-Grotte wurde 1911 erbaut, nachdem zwei Wiler Schwestern auf ihrer Lourdes-Wallfahrt eine Muttergottes-Statue erworben hatten und in Wilen den geeigneten Ort für eine Grotte sahen. 1941 wurde oberhalb des Gröttlis zusätzlich ein kleiner Glockenturm errichtet. Auch ein über hundertjähriger Bildstock, mit der Malerei des bekannten Glasmalers Albert Hinter versehen, zeugt von der Frömmigkeit der Wilener Bevölkerung. Südlich von Wilen schliesslich, im Egelsee, führte das Heiliggeistspital Wil ab dem 17. Jahrhundert ein Siechenhaus, das später zum Wohnhaus einer Bauernfamilie umgenutzt wurde.
Die Wilener Lourdes-Grotte.
Im alten Dorfkern
Was
Hausbesichtigung mit Mitarbeitenden des Amts für Archäologie und den Hausbesitzern
Wann
Samstag, 13. September 2025, 15.00–16.00 Uhr
Wo
Egelseestrasse 2/4/6, 9535 Wilen bei Wil
Weiteres
Teilnehmendenzahl beschränkt, max. 20 Personen. Nicht rollstuhlgängig. Anmeldung über www.kulturerbe-entdecken.ch
Die ersten Höfe in Wilen wurden im frühen 14. Jahrhundert erwähnt. Mit der Zeit entwickelte sich ein kleines Bauerndorf. Die Erbauungszeit des Hauses an der Egelseestrasse 2b konnte mithilfe der Jahrringdatierung bestimmt werden. Es wurde im 17. Jahrhundert errichtet und ist damit das älteste erhaltene Gebäude in Wilen. Viele andere Häuser wurden während des 2. Villmergerkrieges 1712 oder bei Bränden zerstört. Erfahren Sie, wie die Jahrringdatierung funktioniert und wie die Baugruppe im Verlaufe der Jahrhunderte genutzt worden ist.
Alois Rosenast-Hinder mit seiner Frau Bertha vor dem angebauten Stickerhaus an der Egelseestrasse 4/6 in Wilen.
Kelten, Römer, Mittelalter. Archäologische Spuren rund um Wilen
Was
Geführte Wanderung mit Eva Riediker, Archäologin und Daniela Wiesli, Lokalhistorikerin und Prospektionsmitglied des Amts für Archäologie Thurgau.
Wann
Sonntag, 14. September 2025., 13.15–16.15 Uhr
Wo
Start beim Oberstufenzentrum Ägelsee, Engistrasse 94, 9535 Wilen bei Wil
Weiteres
Strecke ca. 6 km, gute Kondition nötig. Auf halber Strecke wird ein Zvieri offeriert. Die Wanderung findet bei jeder Witterung statt. Teilnehmendenzahl beschränkt, max. 25 Personen. Anmeldung über www.kulturerbe-entdecken.ch
Seit 2018 sucht ein Team von Detektorgängerinnen und Detektorgängern mit amtlicher Bewilligung nach der Geschichte des Dorfes Wilen. Diese Suche hat eine grosse Zahl archäologischer Objekte ans Tageslicht gefördert, die bis in die vorchristliche Zeit datieren. Begeben Sie sich mit uns auf eine Wanderung, bei der wir Sie zu den interessantesten Fundstellen führen: Von einer Flur mit keltischen und römischen Votivgaben über mittelalterliche Wege bis hin zu einem neuzeitlichen Abbaugebiet. Halten Sie Ausschau nach historischen Grenzsteinen und auffälligen Bodenstrukturen, lauschen Sie der Sage rund um das Fetzfräulein, teilen Sie Überlegungen zu einem möglichen Burgenstandort, hören Sie, wie der Vogelherd zu seinem Namen kam und betrachten Sie, was militärische Truppen in den letzten dreihundert Jahren im Boden zurückgelassen haben.
Detektorsuche in Wilen bei Wil. Foto Daniel Lüscher.
Unsere Website füllt sich kontinuierlich mit neuen Inhalten. Seit Beginn unserer archäologischen Prospektionstätigkeit in Wilen bei Wil haben wir so viel gefunden, dass wir jetzt langsam damit beginnen können, diese Objekte geordnet zu präsentieren und Ihnen einen Einblick in die verschiedenen Prospektionsmethoden zu gewähren.
Schauen Sie regelmässig bei uns vorbei. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, täglich etwas Neues zu zeigen, wie beispielsweise einen „neuen Fund“ (eine Rubrik, die über unseren Instagram-Account gespeist wird).
Wegen der grossen Datenmengen kommt es leider in letzter Zeit immer wieder vor, dass unsere Website kurzzeitig nicht erreichbar ist. Warten Sie bei diesen Fehlermeldungen einen Moment und versuchen Sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder, unsere Seite aufzurufen.
Am 14. September 2024 fand der Nationale Tag der Bürgergemeinden und Korporationen statt. Auch die Bürgergemeinde Wilen beteiligte sich mit einem Programm.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Helferinnen und Helfern, die diesen Anlass zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben. Was wir an diesem Tag nochmals finden durften, ist so unglaublich, dass wir einen Teil unserer Geschichte gleich wieder neu schreiben können.
Tag für alle – Wegweiser zur Archäologie im BürgerwaldVorbereitungenTag für alleWegmarkierungMüll von 150 Stunden Suche aus dem WuereholzEine hübsche Schnalle, soeben gefundenEiner der Fundtische mit Erläuterungen zu den FundgegenständenAbfall-Tisch Nummer 1Abfall-Tisch Nummer 2Besucherinnen und Besucher an den FundtischenDer Denarhort aus dem Wuereholz9 der 10 römischen Denare, gefunden von Marcel Zimmermann und Bastian Breitmayer am 23.03.2024.Fund- und InfotischeBastian Breitmayer erläutert seine Tätigkeit vor PublikumBastian Breitmayer mit dem soeben entdeckten römischen Denar (Vitellius)Der römische Denar: VitelliusKonstanz, Batzen, 1499-1533Eines von zwei Armreif-Fragmenten aus Bronze (mindestens 2000 Jahre alt), soeben gefunden von Sandro LüthyDer wieder freigelegte alte Weg.
Die äusserst kleine Bürgergemeinde Wilen bei Wil besitzt zwar nur noch Bürgerwald, doch dieser Bürgerwald hat es in sich! Die aktuelle Bürgerpräsidentin Daniela Wiesli arbeitet nebenberuflich als freiwillige Mitarbeiterin für das Amt für Archäologie Thurgau, und da sie ebenfalls für die Betreuung des Wilener Geschichtsarchivs verantwortlich ist, kommt immer wieder Interessantes zur Geschichte des Dorfes Wilen an Tageslicht. Jedes Jahr werden den Ortsbürgerinnen und Ortsbürgern an der Bürgerversammlung somit auch die neusten archäologischen und historischen Erkenntnisse aus dem Dorf präsentiert.
In Zusammenarbeit mit weiteren Freiwilligen sucht Daniela Wiesli u.a. seit einigen Jahren im Wilener Bürgerwald nach archäologischen Funden. Sie besitzt eine Bewilligung für die Suche mit Metalldetektor, was spannende Entdeckungen möglich macht. So sind im Bürgerwald bereits auch schon römische und mittelalterliche Funde zum Vorschein gekommen. Am nationalen Tag der Bürgergemeinden und Korporationen wird Wilen ein Programm zur Archäologie im Bürgerwald im Wuereholz anbieten: Zum einen werden originale archäologische Funde präsentiert und Fragen dazu beantwortet. Plakaten können weitere Informationen zur Wilener Geschichte und zur Geschichte der Bürgergemeinde entnommen werden. Zum anderen wird Daniela Wiesli Führungen durch den Bürgerwald anbieten. Diese dauern ca. 45 Minuten und sollen auf archäologische und geologische Strukturen hinweisen. „Es ist mir wichtig, dass die Leute sehen, dass es nicht nur Bäume im Wald gibt. Wenn man den Blick auch mal auf den Boden richtet, lassen sich manchmal interessante Strukturen erkennen, wie beispielsweise Terrassierungen, alte Wege, Abbauflächen oder vielleicht sogar Grabhügel.“ Bei ihren Führungen wird Daniela Wiesli auch Erkenntnisse aus geophysikalischen Prospektionen einfliessen lassen. Aktuell werden im Bürgerwald beispielsweise gerade vier muldenartige Strukturen mittels Georadar auf ihre Entstehung hin untersucht. Was bei den Untersuchungen herausgekommen ist, wird am 14. September verraten. Ein Highlight des Programms soll zudem die Präsentation von einigen römischen und keltischen Fundstücken aus der Gemeinde Wilen sein, wie sie der Öffentlichkeit in diesem Rahmen zum ersten Mal gezeigt werden können. Denn ganz in der Nähe des Bürgerwalds befindet sich eine Flur, auf der schon unzählige römische und sogar einige keltische Votivgaben zum Vorschein gekommen sind.
Da nicht eingeschätzt werden kann, wieviel Publikum zu erwarten ist, wird es Verpflegung und Getränke nur im kleinen Rahmen geben. Das Ziel wird sein, sich auf die Inhalte der Präsentationen und Führungen zu konzentrieren. Die Veranstaltung findet von 10 Uhr bis 16 Uhr statt.
Aufmerksam auf die Veranstaltung wird in erster Linie im Wiler Gemeindeblatt und in den lokalen Zeitungen gemacht. Zudem gibt es einen Instagram Account (@wilenbeiwil), auf dem Daniela Wiesli regelmässig ihre Funde und News aus Wilen bei Wil publiziert.
Wuereholz. Foto Daniel LüscherRadspornPortemonnaie aus den 1930er-JahrenSchweizerdolchZaumzeuganhängerTaschenmesser der Familie KnechtSchuhschnalle
Wilen bei Wil ist ein kleines Dörfchen im schweizerischen Hinterthurgau. Im Westen schmiegen sich die Häuser an den Hummelberg, die südliche Grenze bilden die Egelsee-Höfe und das Ried, im Osten stösst die Gemeinde an das Wuereholz, den Vogelherd und Rickenbach und im Norden, da liegt das st. gallische Wil.
Über die Geschichte von Wilen wussten wir lange Zeit nur sehr wenig. Archivrecherchen ermöglichten zwar Einblicke in die letzten zweihundert Jahre, aber aus der Zeit davor waren nur Fragmente bekannt (dummerweise ist dann in den 1950er-Jahren auch noch ein Teil unseres Dorfarchivs einem Brand zum Opfer gefallen). Das Dorf musste arm gewesen sein, sehr arm. Wo die frühesten Häuser standen, liess sich nicht mehr sagen.
2018 entschlossen wir uns für ein anderes Vorgehen: weg aus dem Archiv, raus aufs Gelände. Das Amt für Archäologie Thurgau erteilte die Bewilligung für eine Geschichtssuche mit Metalldetektor. Zusammen mit jeweils bis zu 20 Sondengängern (allesamt ehrenamtliche Helfer von verschiedenen Kantonsarchäologien) untersuchen wir nun seit Mai 2018 die Felder, Wiesen und Wälder auf Zeugnisse der Vergangenheit. Niemals hätten wir gedacht, dass schon die Kelten und Römer hier im Gelände unterwegs gewesen sind. Und mit jedem Suchtermin kommen neue Artefakte zum Vorschein, die ein Bild des einstigen Lebens in Wilen bei Wil entstehen lassen.
Der Fotograf Daniel Lüscher begleitet die Suche immer und immer wieder. Der Künstler Martin Warth erweckte einige der gefundenen Metallabfälle zu neuem Leben, und regelmässige Ausstellungen und Publikationen halten Interessierte auf dem Laufenden.
Unsere Fundgegenstände bieten mittlerweile Einblick in folgende Themen:
Keltische und römische Votivgaben
Das Dorf und die Umgebung im Mittelalter
Den Zweiten Villmergerkrieg (1712)
Die gewerbliche Waldnebennutzung
Abgegangene Wege
Militaria
Das Kern-Suchteam besteht aktuell aus den folgenden Personen:
Zudem wurden wir von den folgenden Prospektorinnen und Prospektoren unterstützt: Romano Agola (Auswertung LiDAR-Daten), Jonas Glanzmann (Auswertung LiDAR-Daten), Elias Vogt (Visualisierung LiDAR-Daten), Adrian Bogdan, Adrian Schoch, Benjamin Di Staso, Stefan di Staso, Sabrina Boll, Monika Reisel, Lukas Graf, Ueli Hänsenberger, Thomas Kiehl, Erik Heinrichson, Samuel Künzle, Bianca Lüthy, Sandro Lüthy, Wolfgang Niederberger, Massimo Beck, Sarah Chiha, Marcus Mohler, Markus Schultz, Christian Köstli, Jean-Luc Doppler, Thomas Maag, Philipp Eugster, Marion Stäheli, Alona Volk, Christopher Del Curto, Ruedi Guhl, Franz Joseph Nicolaus, Marcel Zimmermann, Christoph Zehnder
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Weitere Informationen zum Projekt finden Sie in den folgenden Beiträgen: